Dirk Schirok - 

Dirk SchirokDirk Schirok, ein Aussichtspunkt genau wie du, von denen aus das Leben auf sich selbst schaut - eine Art Ansammlung von Geschichten über Erfahrungen, Beziehungen, Irrtümer etc., verbunden mit der Wahrnehmung verschiedener Rollen, in diesem Fall Psychiater und Psychotherapeut, PaartherapeutAchtsamkeits- und Meditationslehrer, Musiker, Schüler von Hareesh Wallis. Aber, was bin ich wirklich? Wer oder was bist Du wirklich?

Antworten darauf finden wir nicht in Gedanken, nicht in mentalen Konstrukten. Allein deshalb sind wir zumindest niemals das, was wir glauben zu sein, und die Welt ist nicht das, was wir glauben, dass sie sei, auch müssen die Dinge nicht so sein, wie wir glauben, dass sie sein müssten, das habe ich im Laufe der Zeit bemerkt. Spätestens, wenn uns klar wird, dass es das "Universum" überhaupt nicht interessiert, ob wir uns als Opfer oder Gefangene unserer Erfahrungen, Erwartungen oder Glaubensvorstellungen sehen oder nicht, könnte uns das auffallen. Da ist niemand, den oder die wir nach einer gültigen Identität für uns fragen könnten. Niemand, der uns unseren Platz im Leben zuweisen oder eine Gewährleistung geben könnte für das, was wir glauben. Warum auch? Genau genommen hat es da nie jemanden gegeben. Keine Eltern, keinen Lehrer, Meister oder Guru. Und die Antwort auf die Frage "Wer oder was bin ich?" führt zu der Erkenntnis, dass dort "niemand" ist, zumindest keine Person mit einer Geburtsurkunde. Dies kann gleichermaßen desillusionierend, wie auch befreiend sein. Am Ende sind wir als fühlende Wesen die Augen der Welt, mit denen die Bewusstheit sich selbst erfährt.

Auch dies wurde mir klar: Im wesentlichen können wir uns in diesem Leben entweder nach Qualitäten des Wohlbefindens ausrichten (wie z.B. Leichtigkeit, Freude, Frieden, Liebe, Freiheit) oder wir können unser Heil in einem Feuer der Zerstörung (Hass, Angriff, Gier, Missachtung, Selbstbestätigung, Konkurrenz, Misantropie etc.), in der Dumpfheit der Selbstberuhigung und Ablenkung suchen oder unsere Zeit im Buddhismus absitzen, wie Jed McKenna vielleicht sagen würde. Die meisten dieser Alternativen scheinen anstrengender zu sein, weil sie immer die Angst mit im Gepäck haben und wir darin niemals wirklich Frieden finden können, auch wenn nichts grundsätzlich falsches daran ist. Auf Dauer scheint es keine ernsthafte Option zu sein, zumindest wenn uns auffällt, dass wir die Wahl haben. Diese Sicht wird jedoch oft nicht geteilt.

Wer sind meine Lehrer? Da ist erstmal das Leben zu nennen und dann das, was ich bin. Dann all die Menschen, bei denen ich Seminare und Retreats besucht und die ein oder andere Ausbildung gemacht habe. Besonders nennen mag ich an dieser Stelle Heinrich Breuer, der mir maßgebliche Impulse für mein therapeutisches Wirken gegeben hat, sowie Christopher Titmuss, Art of Loving, Elisabeth Bott, Nicole Stern, Ein Kurs in Wundern, meine Beziehungen, meine Arbeit mit Klienten und die Musik, die mich auf dem Weg zu mir selbst begleitet haben. Vor allem aber ist es seit einiger Zeit Christopher Wallis, der mich in die Tiefen der tantrischen Lehren führt sowie die Gemeinschaft der Lernenden. Wie es in den Kaula Sutras heißt, es gibt nur einen Guru, und dies ist die Transmission erwachter Bewusstheit.

Irgendwann begann es naheliegend für mich zu werden, das zu teilen, was ich als kostbar erlebe. Und dies nicht nur im Bereich des Therapeutischen, das einfach seine eng umschriebenen Grenzen hat.

Die Therapiewelt verharrt notgedrungen in der Bewältigung eines angenommenen Mangels, eines "Beschädigt-Seins" oder "Nicht-genug-Seins", letztlich um das Ego zu nähren und an Vorstellungen und Erwartungen festzuhalten und den konspirativen Schulterschluss mit ihren sozialen Narrativen zu suchen, auch das ist mir aufgefallen. Zunehmend wichtig wurde für mich daher die Frage "was sind wir ohne diese Probleme und Themen?" Wenn es also nicht mehr darum geht, irgendetwas bewältigen oder erreichen zu müssen, woran wir uns abarbeiten können, um damit einem fantasierten Mangel oder Imperativ zu begegnen in der vagen Annahme, auf diese Weise Glück und Fülle zu finden bzw. Schlimmeres zu vermeiden?

An diesem Punkt kommt die Spiritualität ins Spiel (und nicht die Philosophie, die sich lediglich mit der Aufhebung des Mangels an Erkenntnis und Weisheit befasst und am Ende in diesem Bestreben im diskursiven Denken verharrt). Verschiedene spirituelle Denksysteme und Schulen bieten Antworten und zeigen Perspektiven auf, die uns weiter gehen lassen. Einige davon habe ich in den hiesigen Materialien ein wenig beleuchtet, z.B. in Tantra, Kurs in Wundern, Dharma & Mahamudra - Pfade der Spiritualität, und mehr dazu auch in den Materialien der LebensArt Duisburg. Beides soll ganz bestimmt keine umfassende Übersicht darstellen und ist eher als Anregung zu verstehen, vielleicht selbst weiter (z.B. bei sich) zu forschen. Tantra nun, mit seiner Haltung der grenzenlosen Ausdehnung und Verwebung alles Wirklichen, bietet alldem ein Zuhause. Ähnlich der Liebe, die nichts ausschließt, keinen Mangel und keine Erwartung kennt und alles da sein lässt.Dirk Schirok - Begegnung in der geteilten IntimitätDie wahre Erfahrung geschieht jedoch im Miteinander, in der geteilten Intimität der Begegnung. Wenn wir uns mit offenem Herzen begegnen, ohne unsere Schaufensterauslagen vor uns her tragen zu müssen! Wenn wir in wacher Präsenz und vollkommener Eigenverantwortlichkeit unseren Platz im Leben einnehmen. Und hierfür sind Tantraseminare mit ihren vielfältigen Möglichkeiten aus meiner Sicht ein sehr geeigneter Rahmen!